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AI Act

Was die KI-Verordnung der EU für den industriellen Mittelstand bedeutet.

Aktueller Stand · 29. Juli 2026

Die GPAI-Pflichten gelten seit dem 2. August 2025. Die Digital-Omnibus-Verordnung (in Kraft seit 27. Juli 2026) verschiebt die Hochrisiko-Pflichten: Anhang-III-Systeme ab 2. Dezember 2027, KI in regulierten Produkten (Anhang I) ab 2. August 2028. Die Transparenzpflichten nach Art. 50 greifen wie geplant ab 2. August 2026.

Wer ist betroffen?

Anbieter (Provider)

Wer KI-Systeme entwickelt oder unter eigenem Namen in Verkehr bringt.

Verwender (Deployer)

Wer KI-Systeme im geschäftlichen Kontext nutzt, etwa für HR-Screening oder Qualitätssicherung.

Importeure und Händler

Wer KI-Systeme aus Drittstaaten in die EU einführt oder vertreibt.

Größenschwellen

Keine Mitarbeiter-Schwelle. Risikoklasse entscheidet, nicht Unternehmensgröße.

Pflichten im Überblick

1
KI-Inventar führen

Vollständige Liste aller eingesetzten KI-Systeme inklusive Risikoeinstufung.

laufend
2
Kompetenz aufbauen (Art. 4)

Sicherstellen, dass alle Personen, die KI nutzen, hinreichende KI-Kompetenz haben.

seit 2. Februar 2025
3
Verbotene Praktiken vermeiden (Art. 5)

Keine Social-Scoring-, Emotion-Recognition- oder Echtzeit-Biometrie-Systeme einsetzen.

seit 2. Februar 2025
4
GPAI-Anforderungen prüfen (Art. 53 f.)

Verwendete GPAI-Modelle auf Anbieter-Compliance prüfen, Mithaftung vermeiden.

seit 2. August 2025
5
Transparenz und Kennzeichnung (Art. 50)

KI-Interaktion und synthetische Inhalte kennzeichnen.

2. August 2026
6
Hochrisiko-Systeme dokumentieren (Anhang III)

Risikomanagement, Datenqualität, Logging, Human Oversight nachweisen.

2. Dezember 2027 (per Digital Omnibus verschoben)
7
Konformitätsbewertung durchführen

Vor Inverkehrbringen eines Hochrisiko-Systems CE-Konformität feststellen.

2. Dezember 2027 (per Digital Omnibus verschoben)

Wichtige Stichtage

Auszug aus dem vollständigen Fristen-Kalender.

  • 12. Juli 2024 AI Act: Amtsblatt-Veröffentlichung Quelle
  • 1. August 2024 AI Act: Inkrafttreten Quelle
  • 2. Februar 2025 AI Act: Verbotene Praktiken + KI-Kompetenz-Pflicht greifen Quelle
  • 2. August 2025 AI Act: GPAI-Pflichten gelten Quelle
  • 2. Februar 2026 AI Act: Frist für KI-Kompetenz-Nachweis abgelaufen seit 12 Monaten Quelle
  • 2. August 2026 AI Act: Transparenz- und Kennzeichnungspflichten (Art. 50) Quelle
  • 2. August 2027 AI Act: GPAI-Bestandsmodelle müssen volle Compliance erfüllen Quelle
  • 2. Dezember 2027 AI Act: Hochrisiko-Pflichten für Anhang-III-Systeme Quelle
  • 2. August 2028 AI Act: Hochrisiko-Pflichten für KI in regulierten Produkten (Anhang I) Quelle

Häufige Fragen

Brauchen wir einen KI-Beauftragten? +
Der AI Act schreibt keinen Beauftragten vor, aber Anbieter und Deployer von Hochrisiko-Systemen müssen Verantwortlichkeiten klar zuordnen. In der Praxis bündelt eine Person KI-Compliance, oft die Datenschutzbeauftragte oder die Compliance-Verantwortliche.
Was bedeutet GPAI? +
General-Purpose AI. Damit sind universell einsetzbare KI-Modelle wie GPT-4, Claude oder Gemini gemeint. Anbieter dieser Modelle haben besondere Pflichten.
Müssen wir Bewerber-Tools austauschen? +
Nein, aber prüfen. KI-gestützte HR-Tools fallen in Anhang III und sind Hochrisiko. Dokumentation, Bias-Tests und menschliche Letztentscheidung sind Pflicht.
Was passiert bei Nicht-Einhaltung? +
Sanktionen bis 35 Mio. EUR oder 7 Prozent des weltweiten Umsatzes, je nachdem was höher ist. Verbotene Praktiken werden am stärksten geahndet.
Wie unterscheidet sich der AI Act von DSGVO? +
Beide gelten parallel. DSGVO regelt personenbezogene Daten, AI Act regelt KI-Systeme unabhängig vom Datentyp. Ein KI-System, das personenbezogene Daten verarbeitet, muss beiden entsprechen.
Brauchen wir ein eigenes Risikomanagement? +
Wer Hochrisiko-KI-Systeme anbietet oder einsetzt, ja. Wer ausschließlich Low-Risk-KI nutzt, kann sich auf Inventar und KI-Kompetenz beschränken.

Weiterführende Quellen